www.pulheimwetter.de

31. August 2010

Schadensanalysen Tornadoverdachtsfälle aus Deutschland

Abgelegt unter: Allgemein,Deutschland,Schadensanalysen — Tags:, , , — admin @ 22:09

Tornado Pulheim-Stommeln am 06.08.1978

Downburst Bergheim-Fliesteden am 04.07.2005

Tornado Eschweiler über Feld am 15.08.06

Tornado Brohl-Lützing am 21.08.06

Tornado Kall-Sistig am 13.05.07

Tornado Heyroth/Borler am 26.05.07

Downburst MG-Beckrath am 29.05.08

Tornado Köln-Tenhoven, Worringen am 07.06.09

Verdachtsfall Wachtberg-Gimmersdorf am 29.08.10

Letztes Update am 31.08.2010

Schadensanalyse (vorläufig) Verdachtsfall Gimmersdorf-Kürrighoven am 29.08.2010

Heute war ich vor Ort um den Schadensbereich einzugrenzen und erste Bilder aufzunehmen. Dabei stellte sich heraus, das fast durchweg leichte Schäden im T1-Bereich vorhanden waren. Die stärksten Schäden liegen im Grenzbereich zwischen T2 und T3/F1. Der Schadensbereich erstreckt sich auf eine Länge von ca. 600m und eine maximale Breite von ca. 120 m. Der Höhenunterschied zwischen Punkt 1 in Gimmersdorf und den Punkten 3 und 4 in Kürrighoven beträgt ca. 60 m.

Hier eine Karte (Quelle: openstreetmap.org)

Wie aus der Karte ersichtlich muß hier aufgrund der unterschiedlichen Fallrichtungen auf relativ kleinem Raum ein Wirbel die Ursache gewesen sein. Da das Verhaltnis der Länge und Breite des Schadensbereiches jedoch nicht für einen Tornado spricht, gehe ich eher von einem Gustnado aus. Hierfür spricht auch die Wetterlage, die an der Kaltfront eine Böenfront ausbildete. Die Augenzeugenberichte waren eher uneinheitlich, vor allem ob während dem Ereignis Niederschlag fiel. Eine endgültige Aussage ob Gustnado oder kurzlebiger Tornado ließe sich eventuell mit Dopplerbildern (DWD oder UNI Bonn) treffen. Ich werde in den nächsten Tagen einmal beide Stellen diesbezüglich anschreiben. Die maximale Intensität betrug nach meinem Dafürhalten knapp T3 (ca. 150-160 km/h).

Es folgen nun die Schadensbilder. Als erstes ein Übersichtsbild über die Geländeform und Lage der Orte:

T1-Schaden im Bereich Gimmersdorf (Punkt 1, vereinzelt noch leichtere Schäden der Stufe T0 in der Nähe von Punkt 2).

T1-T2 Schäden an der L123 zwischen Gimmersdorf und Kürrighoven:

T1-Schwelle T2 zu T3 Schäden in der Straße Am Brunnen in Kürrighoven

29. August 2010

29.08.2010 – Kaltfrontdurchgang mit schöner Böenfront am Abend

Heute am abend zog die Kaltfront eines Tiefs über der Nordsee von Benelux her nach NRW. Die Blitztätigkeit ließ jedoch über Holland schon merklich nach, so daß man nicht mehr viel erwarten konnte. Aus den Radarbildern konnte man jedoch ersehen, daß eine vorlaufende Böenfront entstanden ist. Diese habe ich dann etwa um 19.50 Uhr bei Rommerskirchen-Deelen abgefangen. Es gab kurzzeitig Starkregen, Sturmböen und eingemischten kleinen Hagel (etwa 1 cm).

Mein persönlicher Favorit ist das letzte Bild, das ich auch vom Bildaufbau her wirklich gelungen finde. Es zeigt die Unterseite der Böenfront exakt zu dem Zeitpunkt, wo sie über das Braunkohlekraftwerk in Grevenbroich-Neurath zog. Links daneben ist der Kraftwerksneubau zu erkennen.

Hier das Video, daß hauptsächlich Zeitrafferaufnahmen vom Durchgang der Böenfront enthält:


pulheimwetter | MySpace Video

An meiner Wetterstation brachte der Durchzug der Böenlinie und der anschließende Niederschlag insgesamt eine Regenmenge von 5,4 mm und einen Temperaturrückgang von 13,6°C auf 9,6°C, was für den August einen sehr niedrigen Wert bedeutet.

22. August 2010

22.08.2010 – Schwere Gewitter

Heute fuhren Gerd und ich zuerst nach Nievenheim und nahmen Micha mit. Dann ging es in Richtung Heinsberg und wir warteten dort ab. Gegen 14.30 ging bei Zülpich die erste Zelle des Tages hoch. Wir überlegten nur kurz und fuhren schnell in die Richtung. Da die Zelle sehr schnell unterwegs war und wir uns von Norden her annäherten, mussten wir ersteinmal vor die Zelle kommen um dann nach Süden stoßen zu können. In der Nähe von Lohmar bezogen wir dann unseren ersten Beobachtungspunkt und beobachteten den aus einem Stormsplit entstandenen Rightmover, eine zyklische Superzelle, die insgesamt 3,5h bis nach Nordhessen (zwischen Marburg und Kassel) unterwegs war. Hier sind ein paar Bilder der Zelle:

1 Panorama aus 5 Hochformatbildern:

Und ein Foto von einem Downburst bei Siegburg/Hennef:

Etwas weiter nördlich zog schon die nächste Zelle auf, in der aus einer kleinen Wallcloud eine Böenwalze entstand, die dann später wieder komplett eingesogen wurde:

Bild der Wallcloud bei Bonn, die inzwischen unter Funnelverdacht steht. Ich bin mir selbst nicht sicher, ob es ein Funnel ist, aber rotiert hat es wie wild:

Anschließend rief Dennis an und wir verständigten uns darauf, das wir uns am Tagebau Inden treffen und dort auf die Zellen warten, die aus Belgien nach Deutschland hereinziehen. Hier konnten wir die nächste Wallcloud beobachten:

Panorama aus 5 Bildern:

Kurz vor uns löste sich die Wallcloud auf und wir wollten schon losfahren. Plötzlich schien dieser Aufwind wieder an Intensität zuzulegen und wir machten noch ein paar Bilder, bis die Zelle ganz vorbeigezogen war:

Anschließend fuhren Gerd und ich nach Hause und konnten kurz vor Pulheim noch einen Regenbogen beobachten:

Das Video vom Tag:


22.08.2010 – 3 Gewitterzellen im Rheinland

pulheimwetter | MySpace Video

Für mich das interressanteste Chasing in diesem Jahr, da praktisch die gesamte Palette (bis auf Funnel und Tornados) heute vertreten war.

13. August 2010

13.08.2010 – Gewitter mit Rotation

Die Vorhersagen der Wetterdienste ließen für heute nichts außergewöhnliches erwarten. Um so größer war für mich die Überraschung, als ich auf dem Heimweg aus Bonn einen entstehenden Schauer sah. Ich fuhr in die Nähe von Lüftelberg bei Meckenheim und beobachtete die entstehende Zelle.

Nach etwas Beobachtungszeit erkannte man eine deutliche Zunahme der Aktivität im Aufwindbereich der Zelle und ich entschloß mich, näher heran zu fahren. Ich fuhr in die Nähe von Swisttal-Hohn und beobachtete die Zelle weiter. Nach ein paar Minuten erkannte ich Rotation im Aufwind und leises Donnergrollen war ab und zu hörbar. Nach etwa 30 Minuten begann der Abwindbereich zu dominieren und stärkerer Niederschlag wurde sichtbar. Das entfernte Donnern hörte auf und das Gewitter begann sich südwestlich von Köln langsam aufzulösen. Auch Mammatus-ähnliche Strukturen wurden sichtbar.

Es war einer der interressantesten Chasingtage in diesem Jahr. Eine kleine aber feine Zelle mit schönen Strukturen an einem Tag, an dem eigentlich nichts dergleichen zu erwarten war. Das Wetter bietet halt immer Überraschungen. Zum Schluß noch das Video vom Chasing mit einigen Zeitraffern:


pulheimwetter | MySpace Video

Ältere Artikel »

Powered by WordPress ( WordPress Deutschland )