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26. Mai 2007

Schadensanalyse Tornado Heyroth/Borler am 26.05.2007

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Borler ist ein kleiner Ort (94 Einwohner) in der Vulkaneifel rund 10 km südwestlich von Adenau und ca. 15 km nördlich von Daun. In den letzten Tagen bin ich 2 mal vor Ort gewesen und habe die Vegetationsschäden und einige Gebäudeschäden in Borler dokumentiert. Die Spurlänge des Tornados beträgt zwischen Dreis und Barweiler rund 11 km. Die Breite variiert zwischen 30 und 200 m. Die größten Gebäudeschäden traten in Heyroth und vor allem in Borler auf. Die Waldschäden innerhalb der Spur sind meist leichterer Natur und beschränken sich auf einzelne gebrochene oder geworfene Bäume und hauptsächlich abgebrochene und verfrachtete Äste.

Es sind einige Schadensbilder vorhanden, die eindeutig tornadischen Ursprungs sind, so dass hiermit ein Tornado als sicher anzunehmen ist. Ich gehe von einem T3/F1 Tornado aus, der punktuell, vor allem in Borler, auch knapp T4/F2 Stärke erreichte. Wie beim Tornado von Sistig am 13.05.2007 wurden auch 2 Ortschaften direkt betroffen und man kann froh sein, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.

Die für den Tornado verantwortliche Zelle war eine der aktivsten Zellen innerhalb einer Squalline, die am frühen Abend aus Südsüdwest von Frankreich her über das Saarland heranzog. (Alle Fotos in diesem Bericht &copy Erik Dirksen):

Karte des Gebietes:
Karte
(Quelle: openstreetmap.org)

1. Bereich nordwestlich von Dreis
Die Bilder wurden an der Straße zwischen Dreis und Oberehe aufgenommen und zeigen, dass dort vereinzelt Äste abgerissen und Bäume umgeworfen wurden.

2. Bereich Heyroth
In Heyroth gab es neben abgerissenen Ästen auch eine größere Zahl an gebrochenen oder geworfenen Bäumen. Desweiteren sind auch einige Gebäude beschädigt worden. Die Gebäudeschäden wurden von Thomas Sävert dokumentiert und sind unter http://www.tornadoliste.de zu sehen.




3. Bereich L70 zwischen Heyroth und Borler
Hier gibt es zum Teil große Schäden, die auf den Orkan Kyrill am 18.01.2007 zurückzuführen sind. Deshalb und auch, weil der Tornado hier relativ schwach war, war es hier besonders schwierig frische Schäden zu finden. Es gab abgerissene Äste und ganz vereinzelt gebrochene Bäume.

4. Bereich Borler
Hier gibt es zum Teil größere Schäden an Gebäuden, deren Dächer entweder mitsamt des Dachstuhles abgehoben oder abgedeckt wurden. An Vegetationsschäden gab hauptsächlich abgerissene Äste und vermehrt gebrochene Bäume. Auch hier wurden die Gebäudeschäden von Thomas Sävert dokumentiert (siehe www.tornadoliste.de).



5.Bereich der L72 nordöstlich von Borler
Hier sind die eindeutig stärksten Waldschäden aufgetreten. Innerhalb einer Schneise von etwa 30-50 m wurden viele Bäume geworfen und gebrochen. Vor allem auf dem ersten Bild erkennt man auch deutlich das tornadotypische, divergente Fallmuster.

6.Bereich südlich und östlich von Barweiler
In diesem Bereich traten eher geringe Schäden auf. Es wurden einige Bäume geworfen und gebrochen, darunter eine Birke direkt am östlichen Ortsrand von Barweiler.



13. Mai 2007

Schadensanalyse Tornado Kall-Sistig am 13.05.2007

In den letzten Tagen habe ich weitere Schadensbilder des Eifeltornados erhalten und ergänze hiermit meine bisherige Analyse. Bisher ist die Schadensspur lückenlos von Honsfeld in Belgien bis hinter Urft nachgewiesen. Die Spurlänge beträgt somit rund 30 km. Durch die Unmengen an Bilder (inzwischen weit über 200) bin ich gezwungen, die gesamte Analyse etwas zu straffen und nur die aussagekräftigsten Bilder einzufügen.
Es sind viele Schadensbilder vorhanden, die eindeutig tornadischen Ursprungs sind, so dass hiermit ein Tornado als sicher anzunehmen ist. Ich gehe von einem T4/F2 Tornado aus, der eine relativ breite und auch eine sehr lange Schadensspur (ca. 24 km auf deutschem Gebiet und bis jetzt rund 6 km in Belgien) hinterlassen hat. Ob ein Multivortex-Tornado in Frage kommt, ist anhand der Verteilung der Schäden, zumindest abschnittsweise, inzwischen als wahrscheinlich anzusehen. Die stärksten Schäden der Stufe T4/F2 befinden sich in Belgien im Bereich Buchholz sowie im Kuttenbachtal (Grenzbereich T4/T5/F2) bei Steinfeld. Dadurch, das auch mehrere Ortschaften betroffen waren, kann man froh sein, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.
Den Abschnitt in Belgien (Bereiche Honsfeld und Buchholz) hat Björn Stumpf untersucht. Von ihm stammen auch die Schadensbilder aus diesem Bereich. Alle Bilder, mit Ausnahme der gekennzeichneten Bilder, (c) Erik Dirksen 2007

Die für den Tornado verantwortliche Zelle war die stärkste und aktivste Zelle innerhalb einer Squalline, die am frühen Abend von Belgien und Frankreich nach Deutschland hereinzog. Hier ist eine Umgebungskarte mit den Standorten der Bilder (rote Punkte), die die Spur des Tornados eindeutig markieren.

Karte des Gebietes:
Karte
(Quelle: openstreetmap.org)

1. Bereich Honsfeld / Belgien
Die Bilder wurden südlich von Honsfeld in Belgien aufgenommen und zeigen, dass dort vereinzelt Bäume gebrochen oder entwurzelt worden sind. Desweiteren wurden Tierboxen rund 200 m verfrachtet. Vielen Dank an Björn Stumpf, der mir die Bilder zur Verfügung stellte.


2. Bereich Buchholz / Belgien
Die Bilder wurden westlich von Buchholz in Belgien aufgenommen und zeigen, neben dem Kuttenbachtal bei Steinfeld, die größten Schäden, die in meiner Meinung nach bereits in den T5/F2-Bereich gehen. Dies entspricht einer Windgeschwindigkeit von weit über 200 km/h (nach TorDACH: T5=220-256 km/h). Nach Angaben der Zeitung Grenz-Echo wurden hier 4000 Festmeter Wald vernichtet. Die Bilder zeigen, dass hier großflächig und fast ausnahmslos die Bäume gebrochen oder geworfen wurden. Vielen Dank an Björn Stumpf, der mir die Bilder zur Verfügung stellte.




3. Bereich Losheimergraben
An der Deutsch-Belgischen Grenze in Losheimergraben sind rechts und links der B265 im Wald vereinzelt Bäume gebrochen oder entwurzelt worden. Alle Bilder (c) Erik Dirksen

4. Bereich Udenbreth
Südlich von Udenbreth im Wald das gleiche Schadensbild, wie im Bereich Losheimergraben. Desweiteren wurde ein ca. 20 m langer Teil einer Buchenhecke, die in dieser allgemein sehr windreichen Gegend als Windschutz dienen, umgeworfen. Vielen Dank an Hubertus Huppertz, der mir die Bilder der Buchenhecke zur Verfügung stellte.


5. Bereich Rescheid / Kamberg
Östlich von Udenbreth und nordöstlich bis Rescheid/Kamberg nur sehr geringe Schäden. Hier wurden meist nur kleinere Äste abgebrochen.

6. Bereich Zehntstelle / Wittscheid / Wahrd
Der erste größere Waldschaden liegt oberhalb von Zehntstelle und Wittscheid.

7. Bereich Haus Eichen
In Haus Eichen gab es große Baumschäden, aber nur geringe Gebäudeschäden, die durch abgerissene Äste und Kronen hervorgerufen wurden. Die größten Baumschäden befinden sich im Abhang hinunter ins Tal.

8. Bereich Hescheid / Abzweig Hahnenberg
Im Tal in Hescheid geringe Schäden. Am Abzeig in Richtung Hahnenberg größere Waldschäden. Die Bäume liegen kreuz und quer.


Auf der gegenüber liegenden Talseite am Abzweig Hahnenberg ebenfalls punktuell große Schäden.

9. Bereich Wiesen
Bei Wiesen z.T. große Waldschäden, die sich in einer Linie in Richtung Zingscheid fortsetzen.

10. Bereich Zingscheid
In und um Zingscheid zum Teil große Waldschäden. Stellenweise ist der Tornado bis zu 5 m an Häusern vorbeigezogen. An 3 Gebäuden gab es kleinere Gebäudeschäden.







11. Bereich Felser
Bei Felser ebenfalls katastrophale Schäden in einem Waldstück in Richtung Sistig.

12. Bereich zwischen Felser und Sistig
Zwischen Felser und Sistig ebenfalls katastrophale Schäden in einem Waldstück in der Nähe von Sistig. Hierhin wurde auch ein Brett, dass wahrscheinlich aus Felser stammt, über mehrere hundert Meter verfrachtet.


13. Bereich Sistig
In Sistig z.T. Heftige Schäden an einigen Gebäuden. Diese sind jedoch wohl mit darauf zurückzuführen, dass die betroffenen Gebäude meist in keinem guten baulichen Zustand waren und es sich zumeist um unbewohnte Nebengebäude handelt. Auch Schäden an Bäumen kann man im Ort erkennen.



14. Bereich zwischen Sistig und Steinfeld
Zwischen Sistig und Steinfeld bewegte sich der Tornado meist über offenes Grasland mit sehr wenig Bäumen. Allerdings gab es auch dort deutlich erkennbare Schäden.


15. Kuttenbachtal bei Steinfeld
Hier wurden nach Angaben des regionalen Försters rund 2000 Festmeter Wald relativ großflächig vernichtet. Desweiteren wurde ein Strommast umgeworfen, allerdings ist dies wohl durch nebenstehende Bäume, die entwurzelt oder abgebrochen wurden, und sich dabei in der Stromleitung verfingen, hervorgerufen worden. Vielen Dank an Bernhard Pohl, der mir die Bilder zur Verfügung stellte.



16. Bereich zwischen Steinfeld und Urft
Zwischen Steinfeld und Urft gab es nur vereinzelte Waldschäden.

17. Bereich Urft / Dalbenden
Bei Urft und bei Dalbenden waren wieder erkennbar größere Schäden zu verzeichnen.


18.Bereich Urft und Urfey
Der letzten Schaden, den ich feststellen konnte, befindet nördlich sich am Waldrand in der Nähe der Kreuzung zur Straße von Keldenich nach Zingsheim in Richtung Urfey/Weyer.

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