www.pulheimwetter.de

8. Juni 2012

07.06.2012 – Schauer mit extremer Dynamik

Am 07.06.2012 gab es für den Süden Deutschlands eine Unwetterlage, die jedoch weitgehend glimpflich ablief. Gegen Abend erreichte dann ein Hebungsgebiet den Beneluxraum und zog weiter in Richtung NRW. Innerhalb dieses Gebietes waren sehr gute Scherungswerte und eine niedrige Wolkenuntergrenze vorhergesagt. Dieses Setup begünstigt die Entwicklung von Tornados. Gegen 18 Uhr bildeten sich in Mittelbelgien die ersten kräftigeren Schauer, die jedoch schnell zu einem Cluster verschmelzten. Am südwestlichen Ende des Clusters verstärkte sich eine Zelle über dem Grenzgebiet und verursachte 1 Tornado in Belgien (Tongeren), 1 Tornado in den Niederlanden (Montfort) und später einen Tornadoverdachtsfall in Grefrath. Ich beobachtete diese Zelle in der Nähe von Niederkrüchten direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Das erste Foto zeigt die Rückseite der vorherigen Zelle im Cluster:

Eine extrem tiefhängende und dynamische Wallcloud zog auf mich zu. Die Blickrichtung entspricht fast genau der Zugrichtung der Zelle. An der linken Seite der Wallcloud ist im Video ein Gustnado erkennbar.

Unter der Wallcloud, die erstaunlich schmal war, war einiges an Turbulenzen zu beobachten:

Die letzten beiden Bilder zeigen die Rückseite von nahem und aus größerer Entfernung:

Hier das Video:

31. August 2010

Schadensanalyse (vorläufig) Verdachtsfall Gimmersdorf-Kürrighoven am 29.08.2010

Heute war ich vor Ort um den Schadensbereich einzugrenzen und erste Bilder aufzunehmen. Dabei stellte sich heraus, das fast durchweg leichte Schäden im T1-Bereich vorhanden waren. Die stärksten Schäden liegen im Grenzbereich zwischen T2 und T3/F1. Der Schadensbereich erstreckt sich auf eine Länge von ca. 600m und eine maximale Breite von ca. 120 m. Der Höhenunterschied zwischen Punkt 1 in Gimmersdorf und den Punkten 3 und 4 in Kürrighoven beträgt ca. 60 m.

Hier eine Karte (Quelle: openstreetmap.org)

Wie aus der Karte ersichtlich muß hier aufgrund der unterschiedlichen Fallrichtungen auf relativ kleinem Raum ein Wirbel die Ursache gewesen sein. Da das Verhaltnis der Länge und Breite des Schadensbereiches jedoch nicht für einen Tornado spricht, gehe ich eher von einem Gustnado aus. Hierfür spricht auch die Wetterlage, die an der Kaltfront eine Böenfront ausbildete. Die Augenzeugenberichte waren eher uneinheitlich, vor allem ob während dem Ereignis Niederschlag fiel. Eine endgültige Aussage ob Gustnado oder kurzlebiger Tornado ließe sich eventuell mit Dopplerbildern (DWD oder UNI Bonn) treffen. Ich werde in den nächsten Tagen einmal beide Stellen diesbezüglich anschreiben. Die maximale Intensität betrug nach meinem Dafürhalten knapp T3 (ca. 150-160 km/h).

Es folgen nun die Schadensbilder. Als erstes ein Übersichtsbild über die Geländeform und Lage der Orte:

T1-Schaden im Bereich Gimmersdorf (Punkt 1, vereinzelt noch leichtere Schäden der Stufe T0 in der Nähe von Punkt 2).

T1-T2 Schäden an der L123 zwischen Gimmersdorf und Kürrighoven:

T1-Schwelle T2 zu T3 Schäden in der Straße Am Brunnen in Kürrighoven

8. Juni 2009

Schadensanalyse Tornado Köln-Tenhoven und Worringen am 07.06.2009

Am 07.06.2009 gab es von Estofex ein Level 1 für unsere Region. Durch die starke Scherung in den unteren Schichten hatte sich die die Gefahr, daß entstehende Zellen Tornados hervorbringen können merklich erhöht.

Gegen 16.00 entstand in der Eifel eine Schauerzelle, die in Richtung Kölner Norden zog und etwa ab Kerpen eine sich zyklonal innerhalb der Zelle bewegende WER-Signatur im Radar aufwies. An der Südostspitze dieser Zelle bildete sich zwischen Pulheim Sinnersdorf und Roggendorf-Tenhoven ein Tornado, der etwa auf halber Strecke zwischen diesen beiden Orten Bodenkontakt errerichte und dabei von Dennis Oswald gefilmt wurde. Hier ein Standbild aus dem Video (copyright bei Dennis Oswald).

Der Tornado wurde auch in Monheim von Rolf Kleve beobachtet und gefilmt. Hier das Video:


TORNADO ÜBER MONHEIM – MyVideo

Karte des Gebietes:
Karte
(Quelle: openstreetmap.org)

Am nächsten Tag traf ich mich dort mit Dennis und wir machten uns daran, die aufgetretenen Schäden zu erfassen und zu kartieren. Da es sich zweifelsfrei um einen Tornado handelte verzichte ich hier in dieser Analyse auf die Kartierung der Fallrichtungen der Bäume sonden liste hier nur die Schadenspunkte mit den zugehörigen Bildern vom Beginn der Schneise bis zu deren Ende auf.

Der erste Schadenspunkt lag am Ortseingang von Tenhoven im Bereich der Straßen Am Feldgarten, Tenhovener-Escher-Weg und Mörterweg. Hier wurden 2 einzeln stehende Pappeln in etwa 4-5 m Höhe abgebrochen und an mehreren Gebäuden entstanden Schäden im Bereich T2 bis T3/F1 (Windgeschwindigkeit 150-180 km/h). Die Breite der Schneise betrug hier etwa 30 m.



Vom ersten Schadenspunkt konnten wir auch den nächsten Punkt bereits deutlich erkennen. Dieser lag an einem Wirtschaftsweg und an einer Stichstraße zwischen Mörterweg und Baptiststr. Die Baumschäden lagen auch hier etwa im T3/F1-Bereich bei einer Schneisenbreite von 30-40 m.

Der nächste Schadenspunkt lag dann an der Baptiststr und beinhaltete Gebäudeschäden, die jedoch durchweg geringer ausfielen (T2/F1). Hier betrug die Schneisenbreite etwa 20 m.

An der Bruchstr und auf dem Senfweg im angrenzenden Worringer Bruch gab es nur noch geringe Schäden im T1-T2/F0 Bereich und eine Schneisenbreite von etwa 10-20 m. Hier gab es den ersten Liftoff des Tornados.

Die nächsten Schäden gab es an der alten Neusser Landstr. Hier waren mehrere größere Äste von den Bäumen abgebrochen (T2/F1). Dies war der zweite Bodenkontakt des Tornados und hatte eine Breite von etwa 30 m.

Den dritten Bodenkontakt gab es etwa 100 m hinter der Neusser Landstr in Richtung zum alten Rheindamm. Die maximalen Schäden lagen hier wiederum im T3/F1 Bereich. Auffällig war jedoch eine Auffächerung der Schneise direkt vor den beschädigten Bäumen von etwa 15-20 m auf bis zu 100 m Breite. Dieser Umstand, sowie weitere, teilweise stark unregelmäßige Ränder der Schneise, lassen einen zeitweiligen Multivortex-Tornado naheliegend erscheinen.


Mittlerweile tauchten auch Videos und Schadensbilder aus Monheim, auf der anderen Rheinseite, auf und erhärten den Verdacht, daß der Tornado den Rhein überschritten hat und dort nocheinmal Schäden im T2/F1 Bereich anrichtete. (Das Bild wurd mir freundlicherweise von Rainer aus Monheim zur Verfügung gestellt).

Die letzten Erkenntnisse haben nach Augenzeugenberichten eine Verlängerung der Schneise um weitere 2-3 km bis nordöstlich von Monheim ergeben. Sobald mir hierzu Bilder vorliegen, werden diese in diesem Bericht eingefügt.

Insgesamt hatten wir es hier also mit einem Tornado zu tun, der eine maximale Intensität von T3/F1 erreichte und mehrfach den Bodenkontakt verlor. Die Schneisenbreite variierte zwischen 15 und 100 m bei einer gesamten Spurlänge von ca. 9 km. Ein Multivortex kann aufgrund der z.T. stark ausgefransten Ränder, die man im hochstehenden Getreide sehr gut erkennen konnte, als wahrscheinlich angesehen werden.

14. Mai 2009

13.05.2009 – Tag 7, Superzelle mit schwachem Tornado

Ort: Okmulgee/Oklahoma – Chasing: Watonga-Geary-Okla City

Oklahoma

Heute wurde für praktisch ganz Oklahoma und weiter nordöstlich ein Slight bzw. sogar ein Moderate Risk für Superzellen mit Tornados beim Kaltfrontdurchgang eines Sturmtiefs gerechnet.

Wir konnten die Geburt und den weiteren Verlauf einer Superzelle von Anfang an beobachten. Diese Superzelle brachte einen kurzlebigen Tornado und Hagel bis 3 cm Größe und das größte Mammatusfeld, was ich bis dahin im Leben gesehen hatte. Hier ein paar Bilder:

Der Übeltäter:

Anschließend haben wir bei Oklahoma City den Durchgang einer Kaltfront mit einer Squallline beobachtet. Leider schwächelte die Zelle genau an unserem Standpunkt, so daß nur ein paar brauchbare Blitzbilder herausgekommen sind:

Hier nun das Video von diesem Chasing:

Superzelle Watonga / OK

pulheimwetter | MySpace Video

Unser Quartier haben wir dieses Mal in Ogmulgee östlich von Olkahoma City bezogen. Von hier aus geht die Reise morgen weiter.

13. Mai 2009

12.05.2009 – Tag 6, Superzelle in Nord-Texas

Ort: Clinton/Oklahoma – Chasing: Childress/Texas

Flagge Texas

Nachdem wir in Liberal ausgecheckt hatten fuhren wir etwa 50 Meilen nach Süden ins Texas-Panhandle und haben dort in Perryton auf die neuesten Wetterinformationen gewartet. Als klar war, daß wir noch weiter nach Süden müssen fuhren wir nach Altus in der südwestlichen Ecke von Oklahoma und warteten dort ab.

Gegen 19.00 näherte sich aus Südwesten eine große Zelle, die fast genau auf uns zuzog und wir fuhren Ihr ein Stück entgegen. Zwischen Eldorado und Childress erkannten wir die imposanten Strukturen einer Superzelle, die sich soeben teilte und wir fuhren genau zwischen den beiden Zellkernen hindurch auf die Südseite der Zelle. Beide Zellkerne hatten eine Wallcloud gebildet, der südlichere brachte zusätzlich einen Downburst und einen kurzlebigen Tornado hervor, der aber sehr schwer zu erkennen war. Da ich als Fahrer eingeteilt war, hatte ich auch keine Möglichkeit, den Tornado zu filmen oder zu fotografieren.

Auf der Südseite konnten wir dann anhalten und ein paar Bilder machen. Durch die Anstrahlung der untergehenden Sonne waren die Farben einfach spektakulär:

In dem folgenden Video, daß aus 3 Chasings zusammengeschnitten wurde, sind auch Bilder von diesem Tag enthalten:

Video aus 3 Chasings in Oklahoma und Texas

Anschließend fuhren wir der südlichen Zelle hinterher und konnten bis Paducah ein wahres Blitzspektakel erleben. Nachdem die Zelle weitgehend tot war sind wir nach Clinton/Oklahoma zu unserem nächsten Quartier gefahren, wo wir um 2 Uhr nachts ankamen.

Ältere Artikel »

Bildagentur

© 2006-2012 by www.pulheimwetter.de