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8. Juni 2012

07.06.2012 – Schauer mit extremer Dynamik

Am 07.06.2012 gab es für den Süden Deutschlands eine Unwetterlage, die jedoch weitgehend glimpflich ablief. Gegen Abend erreichte dann ein Hebungsgebiet den Beneluxraum und zog weiter in Richtung NRW. Innerhalb dieses Gebietes waren sehr gute Scherungswerte und eine niedrige Wolkenuntergrenze vorhergesagt. Dieses Setup begünstigt die Entwicklung von Tornados. Gegen 18 Uhr bildeten sich in Mittelbelgien die ersten kräftigeren Schauer, die jedoch schnell zu einem Cluster verschmelzten. Am südwestlichen Ende des Clusters verstärkte sich eine Zelle über dem Grenzgebiet und verursachte 1 Tornado in Belgien (Tongeren), 1 Tornado in den Niederlanden (Montfort) und später einen Tornadoverdachtsfall in Grefrath. Ich beobachtete diese Zelle in der Nähe von Niederkrüchten direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Das erste Foto zeigt die Rückseite der vorherigen Zelle im Cluster:

Eine extrem tiefhängende und dynamische Wallcloud zog auf mich zu. Die Blickrichtung entspricht fast genau der Zugrichtung der Zelle. An der linken Seite der Wallcloud ist im Video ein Gustnado erkennbar.

Unter der Wallcloud, die erstaunlich schmal war, war einiges an Turbulenzen zu beobachten:

Die letzten beiden Bilder zeigen die Rückseite von nahem und aus größerer Entfernung:

Hier das Video:

13. Juli 2011

12.07.2011 – Flop des Jahres

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Nach den Vorhersagen und fast allen verfügbaren Modellen sollte es die gefährlichste Lage bisher im Jahr 2011 werden, das Setup versprach das Potential für eine Gewitterlinie mit eingelagerten oder vorlaufenden Superzellen. Da diese Lagen oftmals im Lee der Eifel Abschwächungen zeigen machte mich mich auf den Weg an die belgische Grenze. Im Warmfrontbereich konnte ich bereits einen sehenswerten Schauer mit schönen Fallstreifen abfangen:

Aber dann kam alles anders als in den Prognosen berechnet wurde. Der Deckel im Bereich der Warmfront war zu schwach, so dass nicht nur einzelne Schauer entstanden, sondern größere, skalige Regengebiete. Diese nahmen jedoch der möglichen Gewitterlinie, die an der nachfolgenden Konvergenzzone entstehen sollten, die meiste Energie weg. Es blieb also weitgehend bedeckt und es entwickelten sich einzelne Schauer. Einer dieser Schauer hatte eine schöne Böenlinie:

Erst am Abend gab es hinter dem Lee der Eifel wieder “unverbrauchte” Luftmassen, die in der Lage waren, Gewitter zu produzieren. Hier konnte ich eine blitzaktive Zelle beobachten und ein kurzes Video von einem Blitz machen:

21. August 2009

20.08.2009 – Sonnenuntergangschasing in Belgien

Abgelegt unter: Belgien,Gewitter,Sonnenuntergang,Video,Wetter — Tags:, , , , — admin @ 12:30

Am 20.08.2009 gab es noch einmal eine Gewitterlage hier im Westen. Eigentlich sollten die Gewitter bis nach NRW hineinziehen, aber daraus wurde nichts. Also besprach ich mich mit Dennis und erfuhr, daß er mit Gerd und Lars in Henrich-Chapelle in Belgien ist. Ich fuhr kurzerhand von Jülich aus dorthin und wir trafen uns dort auf einem Hügel, auf dem wir ein schönes Gewitter im Sonnenuntergang beobachteten.

Das Video gibt es hier:

Chasing Belgien 20.08.2009

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13. Mai 2007

Schadensanalyse Tornado Kall-Sistig am 13.05.2007

In den letzten Tagen habe ich weitere Schadensbilder des Eifeltornados erhalten und ergänze hiermit meine bisherige Analyse. Bisher ist die Schadensspur lückenlos von Honsfeld in Belgien bis hinter Urft nachgewiesen. Die Spurlänge beträgt somit rund 30 km. Durch die Unmengen an Bilder (inzwischen weit über 200) bin ich gezwungen, die gesamte Analyse etwas zu straffen und nur die aussagekräftigsten Bilder einzufügen.
Es sind viele Schadensbilder vorhanden, die eindeutig tornadischen Ursprungs sind, so dass hiermit ein Tornado als sicher anzunehmen ist. Ich gehe von einem T4/F2 Tornado aus, der eine relativ breite und auch eine sehr lange Schadensspur (ca. 24 km auf deutschem Gebiet und bis jetzt rund 6 km in Belgien) hinterlassen hat. Ob ein Multivortex-Tornado in Frage kommt, ist anhand der Verteilung der Schäden, zumindest abschnittsweise, inzwischen als wahrscheinlich anzusehen. Die stärksten Schäden der Stufe T4/F2 befinden sich in Belgien im Bereich Buchholz sowie im Kuttenbachtal (Grenzbereich T4/T5/F2) bei Steinfeld. Dadurch, das auch mehrere Ortschaften betroffen waren, kann man froh sein, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.
Den Abschnitt in Belgien (Bereiche Honsfeld und Buchholz) hat Björn Stumpf untersucht. Von ihm stammen auch die Schadensbilder aus diesem Bereich. Alle Bilder, mit Ausnahme der gekennzeichneten Bilder, (c) Erik Dirksen 2007

Die für den Tornado verantwortliche Zelle war die stärkste und aktivste Zelle innerhalb einer Squalline, die am frühen Abend von Belgien und Frankreich nach Deutschland hereinzog. Hier ist eine Umgebungskarte mit den Standorten der Bilder (rote Punkte), die die Spur des Tornados eindeutig markieren.

Karte des Gebietes:
Karte
(Quelle: openstreetmap.org)

1. Bereich Honsfeld / Belgien
Die Bilder wurden südlich von Honsfeld in Belgien aufgenommen und zeigen, dass dort vereinzelt Bäume gebrochen oder entwurzelt worden sind. Desweiteren wurden Tierboxen rund 200 m verfrachtet. Vielen Dank an Björn Stumpf, der mir die Bilder zur Verfügung stellte.


2. Bereich Buchholz / Belgien
Die Bilder wurden westlich von Buchholz in Belgien aufgenommen und zeigen, neben dem Kuttenbachtal bei Steinfeld, die größten Schäden, die in meiner Meinung nach bereits in den T5/F2-Bereich gehen. Dies entspricht einer Windgeschwindigkeit von weit über 200 km/h (nach TorDACH: T5=220-256 km/h). Nach Angaben der Zeitung Grenz-Echo wurden hier 4000 Festmeter Wald vernichtet. Die Bilder zeigen, dass hier großflächig und fast ausnahmslos die Bäume gebrochen oder geworfen wurden. Vielen Dank an Björn Stumpf, der mir die Bilder zur Verfügung stellte.




3. Bereich Losheimergraben
An der Deutsch-Belgischen Grenze in Losheimergraben sind rechts und links der B265 im Wald vereinzelt Bäume gebrochen oder entwurzelt worden. Alle Bilder (c) Erik Dirksen

4. Bereich Udenbreth
Südlich von Udenbreth im Wald das gleiche Schadensbild, wie im Bereich Losheimergraben. Desweiteren wurde ein ca. 20 m langer Teil einer Buchenhecke, die in dieser allgemein sehr windreichen Gegend als Windschutz dienen, umgeworfen. Vielen Dank an Hubertus Huppertz, der mir die Bilder der Buchenhecke zur Verfügung stellte.


5. Bereich Rescheid / Kamberg
Östlich von Udenbreth und nordöstlich bis Rescheid/Kamberg nur sehr geringe Schäden. Hier wurden meist nur kleinere Äste abgebrochen.

6. Bereich Zehntstelle / Wittscheid / Wahrd
Der erste größere Waldschaden liegt oberhalb von Zehntstelle und Wittscheid.

7. Bereich Haus Eichen
In Haus Eichen gab es große Baumschäden, aber nur geringe Gebäudeschäden, die durch abgerissene Äste und Kronen hervorgerufen wurden. Die größten Baumschäden befinden sich im Abhang hinunter ins Tal.

8. Bereich Hescheid / Abzweig Hahnenberg
Im Tal in Hescheid geringe Schäden. Am Abzeig in Richtung Hahnenberg größere Waldschäden. Die Bäume liegen kreuz und quer.


Auf der gegenüber liegenden Talseite am Abzweig Hahnenberg ebenfalls punktuell große Schäden.

9. Bereich Wiesen
Bei Wiesen z.T. große Waldschäden, die sich in einer Linie in Richtung Zingscheid fortsetzen.

10. Bereich Zingscheid
In und um Zingscheid zum Teil große Waldschäden. Stellenweise ist der Tornado bis zu 5 m an Häusern vorbeigezogen. An 3 Gebäuden gab es kleinere Gebäudeschäden.







11. Bereich Felser
Bei Felser ebenfalls katastrophale Schäden in einem Waldstück in Richtung Sistig.

12. Bereich zwischen Felser und Sistig
Zwischen Felser und Sistig ebenfalls katastrophale Schäden in einem Waldstück in der Nähe von Sistig. Hierhin wurde auch ein Brett, dass wahrscheinlich aus Felser stammt, über mehrere hundert Meter verfrachtet.


13. Bereich Sistig
In Sistig z.T. Heftige Schäden an einigen Gebäuden. Diese sind jedoch wohl mit darauf zurückzuführen, dass die betroffenen Gebäude meist in keinem guten baulichen Zustand waren und es sich zumeist um unbewohnte Nebengebäude handelt. Auch Schäden an Bäumen kann man im Ort erkennen.



14. Bereich zwischen Sistig und Steinfeld
Zwischen Sistig und Steinfeld bewegte sich der Tornado meist über offenes Grasland mit sehr wenig Bäumen. Allerdings gab es auch dort deutlich erkennbare Schäden.


15. Kuttenbachtal bei Steinfeld
Hier wurden nach Angaben des regionalen Försters rund 2000 Festmeter Wald relativ großflächig vernichtet. Desweiteren wurde ein Strommast umgeworfen, allerdings ist dies wohl durch nebenstehende Bäume, die entwurzelt oder abgebrochen wurden, und sich dabei in der Stromleitung verfingen, hervorgerufen worden. Vielen Dank an Bernhard Pohl, der mir die Bilder zur Verfügung stellte.



16. Bereich zwischen Steinfeld und Urft
Zwischen Steinfeld und Urft gab es nur vereinzelte Waldschäden.

17. Bereich Urft / Dalbenden
Bei Urft und bei Dalbenden waren wieder erkennbar größere Schäden zu verzeichnen.


18.Bereich Urft und Urfey
Der letzten Schaden, den ich feststellen konnte, befindet nördlich sich am Waldrand in der Nähe der Kreuzung zur Straße von Keldenich nach Zingsheim in Richtung Urfey/Weyer.

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